Sternfreunde-Blog

01.04.2025: Polarlichter über Münster
Foto: Jürgen Stockel
In der Nacht vom Samstag auf Sonntag klarte der Himmel so weit auf, dass sich über dem Domplatz gegen 23.45 Uhr ein einmaliges Spektakel festhalten ließ! Für das bloße Auge war nur ein ungewöhnlicher Lichtschimmer über dem Dom zu erahnen. Mit einer Kamera konnte der Sternfreund Jürgen Stockel bei 10 Sekunden Belichtungszeit ein deutliches grünes Polarlicht über dem Dom fotografieren. Schon bei der Sonnenfinsternis am Samstag mittag konnten die Beobachter viele Sonnenflecken sehen, die ein Beleg für ein aktuell heftiges Sonnenmaximum sind. Dabei entsteht ein sehr großes Polarlichtoval, das dafür sorgt, dass Polarlichter auch bis in unsere Breiten sichtbar werden.
(Jürgen Stockel)
Einnorden ohne Polsucher und Polarstern
Eine parallaktische (äquatoriale) Montierung lässt sich mit geringem Aufwand auch ohne Hilfsmittel wie Polsucher, Polarstern, PC/Webcam einnorden. Gemeint ist hier NICHT die etwas aufwändige Scheiner-Methode. Vielmehr sollen die geometrischen Vorgaben des azimutalen und parallaktischen Koordinatensystems sowie der Montierung genutzt werden. (Details zu den Koordinatensystemen siehe hier.)
Die erreichbare Präzision ist für fotografische Zwecke bis etwa 200 mm Brennweite ausreichend und für das Auffinden von Objekten mit den Teilkreisen ungefähr auf 10 Bogenminuten genau; letztendlich ist sie jedoch abhängig von der Qualität der Teilkreise und der Sorgfalt der Justage. Auf dem Rektaszensionsteilkreis ist eine Skala von Vorteil, die nicht nur die Rektaszension (R.A.), sondern auch den Stundenwinkel (H.A.) anzeigt. Der überwiegende Teil der Prozedur kann im warmen Zimmer vorgenommen werden.
Benötigtes Material: Ein Smartphone mit den Apps „Clinometer”, „ManGoto” o. ä. und eine Kompass-App. Praktisch ist auch eine „echte” Wasserwaage.
1. Das Stativ mit der Wasserwaage ins Lot bringen, die Montierung aufsetzen.
2. Die geogr. Breite (Polhöhe) der Montierung mit der App „Clinometer” einstellen und darauf achten, dass das Smartphone/Tablet parallel zur Stundenachse aufliegt.
3. Die Stundenachse mit der Wasserwaage in Meridianstellung ausrichten.
4. Die Deklinationsachse mit der Wasserwaage in Zenitstellung ausrichten (Blickrichtung des Teleskops = 90 Grad senkrecht zum Horizont).
So sollte der Aufbau jetzt aussehen:
5. Den Teilkreis der Stundenachse auf 0h bzw. 12h arretieren.
6. Den Teilkreis der Deklinationsachse auf den Wert der geografischen Breite arretieren. Der Deklinationswert des Zenits für einen Beobachtungsort ist gleich der Polhöhe. (Münster: Zenit 90° Höhe = 52° Deklination = 52° Polhöhe)
7. AzimutDie Poljustage im Azimut funktioniert nur mit einem Himmelsobjekt (im Beispiel die Sonne), für eine erste Ausrichtung benutzt man den Kompass. Benötigt werden jetzt der Stundenwinkel und die Deklination, z.B. aus der App ManGoTo. Für den 25. Januar 2019 um 15:01 Mittlerer Ortszeit für Münster betrug der Stundenwinkel (tau) der Sonne 2h 50m, die Deklination (delta) -18° (Abbildung ganz rechts).


Sind die Teilkreise einmal gut geeicht und werden wie die Polhöhe nicht mehr verändert, ist eine Poljustage mit Hilfe des Stundenwinkels in einer Minute erledigt.
Druckversion PDF
(Michael Dütting)
MANGOTO Update 3.1
Unsere APP für manuelles GoTo hat ein Update auf die Version 3.1 bekommen. In der Datenbank sind nun auch die Sternbilder und Objekte des Südhimmels enthalten. Wer die APP bereits auf seinem Mobilgerät besitzt, muss den Cache seines Browsers leeren und einmalig die MANGOTO-Seite aufrufen. Version 3.1 speichert auch die eingegebene geografische Position.
(Sternfreunde Münster)